Aufruf der Buch und Papier Gewerkschaft [Streiks, 28/12/14]

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Aufruf der Buch und Papier Gewerkschaft:

Freilassung der sieben Festgenommenen des Streiks!

Einstellung jeglicher Anklage!

Die Solidarität ist die Waffe der Arbeitenden.
Am Sonntag, den 28. Dezember zerbrach der Schein von Kultur und Zivilisation. Hinter diesem Schein stecken kaltblütige Arbeitgeber im Einklang mit der staatlichen Repression. Der Streik zur Verteidigung des arbeitsfreien Sonntags (nach der Parlamentsabstimmung den Konzernen und Großunternehmen geschenkt), den die Buch und Papier Gewerkschaft ausgerufen hatte, wurde seit dem frühen Morgen mit Streikwachen vor den zentralen Buchhandlungen Papasotiriou und Ianos begleitet. Die Streikwachen einer Gewerkschaft, die gegen den Zeitgeist, mitten in den Feiertagen für die Rechte der Lohnabhängigen kämpft, verdarb ihnen den Festbrei. Der Angriff auf den Streik der Buchhandelangestellten zeigt mit welcher Rage die Oberen auf die Unteren losgehen, wenn diese für ihre Rechte kämfen und sich nicht unterwerfen lassen.

Schon früh am Morgen zeigten die Arbeitgeber des Ianos Buchhandlung die Zähne. Leidenschaftlich engagierte sich Frau Lianopoulou aus der Leitung, um Spannung zu erzeugen und „Zwischenfälle“ zu inszenieren. Als jedoch diese Taktik nicht aufging, wurde im Auftrag des Chefs die Polizei gerufen. Abrufbereit erschienen vier Gruppen von Sondereinheiten und postierten sich den Streikenden gegenüber. Während die Geschäftsleitung Scheingespräche über eine Lageentspannung mit Vertretern der Gewerkschaft führte, erhob Frau Lianopoulou nach Anweisungen ihres Vorgesetzten Anzeige gegen die Streikenden und die Sondereinheiten der Polizei griffen diese an, um den „freien Handel“ zu verteidigen.
Der gewaltvolle Angriff kam von zwei Seiten, mit der Absicht die Arbeitnehmer in die Klemme zu nehmen. Da die Sondereinheiten die Steikversammlung nicht auflösen konnte, wurden wahllos Menschen festgehalten; unter ihnen auch Passanten. Vier Personen wurden festgenommen.

Es ist das erste Mal, das polizeiliche Einsatzkräfte Streikende einer Buchhandlung angreifen. Herr Karatzas, der Eigentümer, erstinstanzlich wegen Teilnahme an einer Schmiergeldaffäre zu sechs Jahren Haft verurteilt, und seine Gehilfen schrieben somit Geschichte. Ihre Arroganz ist unermesslich, denn nach dem Angriff und den Festnahmen vermittelten sie, dass sie von Anzeigen absehen würden, wenn die Gewerkschaft dafür bürgt, sich nie wieder mit der Ianos Buchhandlung zu beschäftigen! Die Arbeitgeber weisen den Staat und die Polizei an Lohnabhängige festzunehmen und dann benutzen sie die Festgenommenen als Geiseln, um die Gewerkschaft zu erpressen. Mit solchen Praktiken, Erpressungen, mit dem Staat als Stütze, erscheinen die Ausbeuter unserer Arbeit als zivilisierte Menschen.

Doch den Repressionskräften und der Regierung war das nicht genug: Als sich ArbeitnehmerInnen und Solidarisierte vor der Polizeistation Akropolis versammelten, um sich über die Festgenommenen zu informieren, und die Vertreter der Gewerkschaft auf der Polizeistation Anzeige gegen die Managerin und den Inhaber des Ianos Buchladens erstatten wollten, (Beschimpfung, Angriff und Verhinderung gewerkschaftlicher Betätigung) wurden draussen auf die Versammelten brutal losgegangen. Die Prügelorgie galt nicht nur den Demonstranten, sondern auch den empörten Passanten. Drei Kollegen wurden mit Handschellen abgeführt und auch innerhalb der Station weitergeschlagen und beschimpft. Nur zu dumm, dass ausser den Buch und Papier Gewerkschaftern und ihren Anwälten auch VertreterInnen der Dachgewerkschaft des öffentlichen Dienstes, Vertreter des Verbandes von KrankenhausärztInnen u.a. Augenzeugen des Geschehens waren. So wurden die drei Festgenommenen heimlich ins Polizeipräsidium Attikas gebracht. Die Versammelten informierten die Streikenden, die vor den Buchgeschäften verblieben waren und zogen dann zum Polizeipräsidium (GADA)

Die heutigen Vorfälle machen allen klar, dass es auf der einen Seite skupellose Menschen gibt, die der Welt der Oberen, der Bosse, der Regierung, des Staatsapparats angehören und die bereit sind jegliche Mittel zur Wahrung der Ausbeutungsverhältnisse zu nutzen. Sie verabschieden Gesetze, bestellen die polizeilichen Sondereinheiten, lassen festnehmen, erpressen…
Der „freie Markt“ braucht versklavte Menschen. Der Gewinn steht über alles und dafür werden Werte, Kultur und Menschen verscherbelt. Die Welt der Oberen fürchtet jedoch den unmittelbaren Klassenkampf der Unteren. Unserer Gewerkschaft ist das bewußt und wir haben es auch heute gesehen. Diese Erlebisse machen uns trotziger; wir sind noch entschlossener diesen Weg zu gehen und rufen alle Gewerkschaften, Kollektiven und Lohnabhängigen auf, gemeinsam zu laufen. Damit die Angst die Front wechselt. DAMIT „GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG“ ERNEUT ZU EINEM SCHÖNEN WORT WIRD.

ALLE ZU DEN GERICHTEN AUF DER EVELPIDON STR (GEBÄUDE 16) !

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